Unternehmenserträge erhöhen: Das richtigen Know-how und Finanzcontrolling

Wer den Begriff Controlling gehört, hat vermutlich zunächst Planung und Steuerung von Unternehmensprozessen im Sinn, weniger aber die Planung der Finanzen. Insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben wird dieses Thema häufig ein wenig vernachlässigt. Dabei kann das Finanzcontrolling einen wichtigen Beitrag zu einer Verbesserung der Finanzsituation sorgen. Mit wenigen Maßnahmen lassen sich bisher ungenutzte Potenziale nutzen.

Finanzcontrolling oder Finanzmanagement?

Der Aufgabenbereich des Finanzmanagements unterscheidet sich ganz deutlich von jenem des klassischen Finanzcontrollings. Letzteres soll das Finanzmanagement durch eine Sicherstellung der Informationsströme lediglich unterstützen und damit die Grundlage dafür liefern, dass das Management über Unternehmensaktivitäten entscheiden kann. Letztlich wird damit die Entscheidungsfindung vorbereitet und in erheblichem Maße unterstützt. Hierdurch werden auch die Ziele des Finanzcontrollings bereits umrissen. Das Primärziel eines jeden Unternehmens besteht darin, Gewinne zu erwirtschaften und dauerhaft am Markt zu bestehen. Daraus abgeleitet ergeben sich allerdings auch Sekundärziele, die häufig in Konkurrenz zueinander stehen. Zum einen muss ein ausreichendes Maß an Liquidität gewährleistet werden, damit der Betrieb seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Ansonsten droht zunächst ein erheblicher Vertrauensverlust, bei dauerhafter Zahlungsunfähigkeit eine Abwicklung.

Das Finanzcontrolling beleuchtet mögliche Liquiditätsreserven, damit es zu einer solchen Situation nicht kommt: gibt es Kreditlinien, die noch nicht ausgeschöpft sind? Besitzt das Unternehmen Vermögensanteile, die schnell liquide werden können? Dazu gehören beispielsweise Geldeinlagen, die sich schnell kündigen lassen oder Wertpapiere, die gut gehandelt werden können. Gleichzeitig sollte aber eine sogenannte Überliquidität verhindert werden. Darunter wird jener Zustand verstanden, dass schlicht und ergreifend zu viele Geldmittel nicht investiert werden. Dadurch werden mögliche Renditen, die bei einer effektiven Geldanlage erzielt werden könnten, nicht genutzt – was letztlich auch zu einer Verringerung der Verzinsung des Eigenkapitals führt.

Zusammenhang zwischen Erträgen und Risikomanagement

Auch Risikomanagement hängt eng mit dem Finanzcontrolling zusammen: letztlich muss jedes Unternehmen verschiedene Risiken eingehen, um Gewinne erwirtschaften zu können. Diese Risiken dürfen natürlich nicht derart hoch sein, dass die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel steht. Durch das In Kauf nehmen zusätzliche Risikopotenziale lassen sich die Erträge häufig noch deutlich steigern, woraus sich also eine Wechselbeziehung aus Risiken und Gewinnen ergibt. Das Finanzcontrolling hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe, die Risiken zunächst zu berücksichtigen und zu bewerten. Im zweiten Schritt können die eingegangenen Risiken kontrolliert und nach Möglichkeit auch reduziert werden. Kommt das Finanzcontrolling zu dem Ergebnis, dass Risiken und Ertragschancen in keinem günstigen Verhältnis zueinander stehen, sollte das Engagement in einem bestimmten Bereich womöglich zurückgenommen werden.

Investoren überzeugen

Als eines der wichtigsten Ziele wurde bereits die Erwirtschaftung von Gewinnen genannt. Das Gewinnstreben ist schon allein aus dem Grund nicht aus den Augen zu verlieren, weil jeder Investor prinzipiell zwei Möglichkeiten besitzt: entweder er investiert auf dem Kapitalmarkt in Finanzprodukte, die eine moderate Verzinsung ermöglichen, oder in ein Unternehmen. Natürlich ist Letzteres nur dann sinnvoll, wenn die Renditen hier auf einem höheren Niveau liegen – die Risiken sind nämlich in der Regel größer. Durch eine angemessene Verzinsung wird der Anleger also auch hinsichtlich dieses zusätzlichen Risikos entschädigt. In jedem Fall muss die Verzinsung des Kapitals im Unternehmen also über der sicheren Verzinsung auf den Kapitalmärkten liegen. Demzufolge müssen Investitionen, die das Unternehmen tätigt, auch zu einer Wertsteigerung führen, die über dem Kapitalmarktzins liegt. Dies zu beurteilen und dementsprechend die Grundlage für kluge Unternehmensentscheidungen zu treffen, ist wiederum ein wichtiger Aufgabenbereich des Finanzcontrollings.

Die Bilanz nicht aus dem Blick verlieren

Weiterhin verfolgt das Finanzcontrolling auch einige Nebenziele, die nach Möglichkeit ebenso erfüllt werden sollten. So ist es beispielsweise erwünscht, eine günstige Bilanzstruktur zu erreichen und nach außen eine positive wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu vermitteln – für das Vertrauen der Kunden oder weitere Investoren kann dieses positive Bild den entscheidenden Ausschlag geben. Für die weitere Beschaffung von Finanzmitteln ist die Bilanz mit entscheidend; auf diese Weise lassen sich Finanzmittel günstiger beschaffen, als dies bei einer schlechteren Unternehmensbewertung der Fall wäre.

Fachbuch erklärt Finanzcontrolling praxisnah

Doch genauso wichtig wie die Aufgabe des Finanzcontrollings ist natürlich die Frage, mit welchen Instrumenten sich die Planung und Steuerung konkret umsetzen lässt. Dieser Frage gehen Horváth, Gleich und Michel im Fachbuch „Finanz-Controlling“ auf den Grund. Das Handbuch legt dabei besonderen Wert auf praxisnahe Entscheidungshilfen und die Vermittlung wichtiger Instrumente und Kennzahlen. Insbesondere die Einführung einer integrierten Liquiditätsplanung in einem Unternehmen wird detailliert beleuchtet. Unter einer integrierten Liquiditätsplanung wird eine gemeinsame Betrachtung unterschiedlicher Teilbereiche verstanden – die Bilanz sollte ebenso mit integriert werden wie der Finanzierungsbedarf. Sämtliche Teilbereiche der Finanzierung stehen in einem Unternehmen jeden Zusammenhang zueinander und sollten entsprechend auch gemeinsam berücksichtigt werden.

Am Ende zeigt sich also: es ist heute auch im Mittelstand nicht mehr ausreichend, in einem bestimmten Fachbereich eine hohe Expertise zu besitzen. Mit dem richtigen Finanzcontrolling lassen sich gefährliche Liquiditätsengpässe vermeiden, indem rechtzeitig gegengesteuert wird. Gleichzeitig kann das Optimum an Rendite erreicht werden, was wiederum den Anleger erfreut – ein gewisses Know-how wird zum effektiven Finanzcontrolling allerdings benötigt.

 

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